Referate, Teil 2 Strategien gegen Lampenfieber

Referate, Teil 2 Strategien gegen Lampenfieber <a

Strategien gegen Lampenfieber
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Die erste Hürde auf dem Weg zum perfekten Referat haben Veronika und Max gemeistert. Ihr Vortrag ist strukturiert, die Quellen wurden überprüft. Nun schlagen sich beide mit einem anderen Problem herum: Sie haben Lampenfieber.
Die Stimme wird zittrig, die Hände nass, der Kopf rot – egal, wie gut ein Referat auch vorbereitet ist, Nervosität gehört zu fast jedem Vortrag dazu. Auch professionelle Redner sind davor nicht gefeit. Aber es gibt Strategien, das Lampenfieber in den Griff zu kriegen.

Video-Serie Großartig präsentieren, Teil 1

Immer locker bleiben!
Einführung
Hilfe, wir müssen präsentieren!

Das Thema des Referats steht. Jetzt gilt es, Informationen zu sammeln und den Vortrag vorzubereiten. Worauf muss man achten und was macht ein Referat spannend? Die Gymnasiasten Veronika und Max holen sich Unterstützung bei Elisabeth Wasserscheid, einer Präsentationstrainerin für Kinder und Jugendliche.
Hilfe, wir müssen präsentieren!

Schwitzige Hände, ein hochroter Kopf, der bohrende Blick des Lehrers – einen Vortrag vor der Klasse zu halten, ist nicht leicht. Die Fakten sind im Kopf und auf den Karteikarten, aber wie vermittelt man seinen Mitschülern den Stoff anschaulich und spannend?
FOCUS-SCHULE hat die Schüler Veronika und Max mit der Kamera bei den Vorbereitungen für ihr Referat über Chinas Wirtschaftsmacht begleitet. Wichtige Tipps bekommen die beiden von Trainerin Elisabeth Wasserscheid. Sie beantwortet ihre Fragen – und das sind nicht wenige: Wie strukturiere ich mein Referat? Wie bleibe ich authentisch, aber gleichzeitig professionell? Welche Quellen darf ich benutzen und auf welche verzichte ich lieber? Und auch: Was ziehe ich an?

In dieser Serie stellen wir die einzelnen Videos vor.

Teil 1:Grundüberlegungen

Grundüberlegungen

Großartig präsentieren


TippsSo gelingt der Vortrag
Je früher Schüler anfangen, vor einer Gruppe frei sprechen zu lernen, desto sicherer werden sie in ihrem Auftreten. An der Offenen Schule Waldau in Kassel beginnt es schon in der fünften Klasse. Deutschlehrer Rainer Schärer gibt Tipps für zu Hause.

Wie lockert man ein Referat auf?
„Eine Schülerin kam bei einem Referat über Heinrich Bölls ,Ansichten eines Clowns´ als Clown verkleidet und erzählte so die Geschichte des Buches“, erinnert sich Rainer Schärer. „Das hat mich beeindruckt.“ Kreative Einlagen können eine Note jedoch nur dann verbessern, wenn sie so gut zum Thema passen wie hier. „Sie müssen das Gesagte gut illustrieren, um bei den Zuhörern eine größere Nachhaltigkeit zu erzielen.“ Auch wer historische Fakten mit Bezügen zur Gegenwart auflockert („Napoleons Armee war beim Feldzug gegen Russland so groß wie Dortmund heute Einwohner hat.“), dem sind Bonuspunkte des Lehrers gewiss.

Wie gliedert man einen Vortrag sinnvoll?
Anfangs hilft eine Mindmap, keinen Aspekt zu vergessen: „Dabei machen wir uns in den Unterrichtsstunden auf einem großen Plakat im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Thema“, erklärt Schärer. Sind alle Stichworte notiert (z. B. Napoleons Kindheit, seine Laufbahn, politischer Einfluss), muss man Schwerpunkte setzen. Diese bringt man dann in eine sinnvolle Reihenfolge. Dabei unbedingt auf den roten Faden achten, um die Zuhörer nicht zu verwirren (beim Leben Napoleons entweder chronologisch vorgehen oder seinen beruflichen Werdegang vom Privatleben trennen)!

Gliederungen werden normalerweise im Unterricht geübt, bei Problemen hilft der Lehrer auch gern im persönlichen Gespräch. Beginnen könnte man zum Beispiel mit etwas Spannendem oder einer Anekdote, umdas Interesse der Mitschüler zu wecken. Der Hauptteil sollte dann viele Informationen enthalten, der Schluss alles zusammenfassen.

Wie lang darf ein Referat dauern?
In der sechsten Klasse sind sieben Minuten (plus/minus zwei Minuten) üblich. Mit zunehmendem Alter sollte die Redezeit dann ansteigen, aber niemals eine ganze Schulstunde in Beschlag nehmen. Tipp: den eigenen Lehrer fragen, wie viel Redezeit er gibt.

Hochgestochen oder umgangssprachlich?
„Vor allem jüngere Schüler machen den Fehler, dass sie aus Büchern abschreiben und zu kompliziert formulieren. Das wirkt unecht“, sagt Rainer Schärer. An seiner Schule wird großer Wert darauf gelegt, dass die Informationen in der eigenen Sprache vorgetragen werden. „Erst dann kann man Verstandenes von Unverstandenem trennen.“

Medieneinsatz oder nicht?
Power-Point, Folien, Karten –Medien machen ein Referat anschaulicher und eindrücklicher, da viele Schüler ein optisches Gedächtnis haben. Sie dürfen dem Vortrag aber nicht die Schau stehlen! Weniger ist mehr.

Die richtige Körperhaltung: Die Offene Schule Waldau hat in vielen Klassen Redepulte aufgestellt. Darauf kann man das Manuskript ablegen und steht sicher vor der Klasse. Erst ältere Schüler lernen, dass man auch durch Bewegung und bewusste Hinwendung zum Publikum die Möglichkeit hat, die Aufmerksamkeit wachzuhalten oder einzelne Schüler anzusprechen. Entscheidend ist aber immer der Blickkontakt mit den Zuhörern.

Hand-out – ja oder nein?
Das legt der Lehrer fest. Gerade wenn die Inhalte des Referats später geprüft werden sollen, werden schriftliche Zusammenfassungen (Handouts) verlangt. Diese sollten nur die wesentlichen Fakten beinhalten. Bonus: Ein gutes Arbeitsblatt kann auch mal Minuspunkte des Vortrags wettmachen.

Quelle: focus.de
http://www.focus.de/schule/lernen/referate/praesentieren/tipps-so-gelingt-der-vortrag_aid_540008.html